MANASLU - der Geisterberg

Hans Kammerlander, Ausnahmekletterer und Extremskifahrer, nimmt sein Publikum in seinem Vortrag mit auf eine tragische und hochspannende Reise in die Welt der Achttausender. Der Manaslu, achthöchster der Himalaja-Riesen war zum Schicksalsberg für Kammerlander geworden, obwohl er ihn nie bestiegen hat.

Nach vier Jahren gemeinsamer erfolgreicher Seilschaften an den höchsten Bergen unserer Erde mit Reinhold Messner, bei denen sich die beiden mit ihren Höchstleistungen immer wieder neu antrieben, trennten sich ihre Wege und der junge Kammerlander machte sich fortan eigenständig in die Welt des Himalaja und des Karakorum auf. In dieser Zeit schaffte er als erster Alpinist die Skiabfahrt vom Nanga Parbat und als erster auch die Skiabfahrt vom Gipfel des Mount Everest. Jeder noch so schwierigen Aufgabe schien er in jener Zeit gewachsen. Doch in seinem Wunsch, jungen Alpinisten und Bergführern das Besteigen der Himalaja-Riesen zu ermöglichen, erlebte er ein Desaster, eine unglaubliche Tragödie und unbeschreibliche Trauer. Denn innerhalb weniger Stunden verlor Kammerlander bei einer solchen Expedition zum Manaslu zwei seiner besten Freunde. Das brachte ihn an den Rand seines Fassungsvermögens, und von da an mied er eine Zeit lang die Berge.

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Es dauerte, bis er die Lektion fürs Leben lernte: „Es ist besser, weiterzugehen, die Zeit des Rückblickens muss ein Ende finden, alles muss sich wieder auf die Zukunft richten.“

Doch dann, im Jahr 2006, verlor Kammerlander erneut einen Freund und Wegbegleiter am Jasemba, einem Siebentausender, nicht weit vom Everest entfernt, aber ein Jahr später gelang die Besteigung, und dieser Schritt nach vorne machte den vorangegangenen Verlust erträglich.

Erst im Herbst 2017, 26 Jahre nach der furchtbaren Tragödie, kehrte Hans Kammerlander zum Manaslu, seinem Schicksalsberg, zurück und unternahm mit einem großen Filmteam eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit, aus der der viel beachtetet Kinofilm „Manaslu – Berg der Seelen“ entstand.

Jetzt, nach dem Film, erzählt Kammerlander in einem packenden Vortrag, was in den zwei Stunden Film nicht Raum fand, die kleinen Geschichten am Rande, die großen Emotionen, die Begebenheiten hinter den Kulissen. Und er erzählt von seinem erfüllten Leben in den Gebirgen dieser Welt, lässt dabei nichts aus und schönt nichts – schon gar nicht die eigenen Fehler.